Alleine im Rollstuhl die Treppe runter fahren? Geht nie!

Am 9. April 2016 wurde ein interessantes und teils imposantes Mobilitätstraining in Coburg für alle Altersklassen und jeden Kenntnisstand veranstaltet.

Doch es geht! Und das haben die Teilnehmer des Mobilitätstrainings in Coburg erlebt. Diese waren aus Würzburg, Bad Rodach, Haßfurt, Kulmbach, Coburg und sogar aus Straubing an die Schule am Hofgarten (Förderzentrum für körperbehinderte Schüler) angereist. Da für diesen Samstag auch vom mobilen sonderpädagogischen Dienst dieser Schule ein Kurs für Schüler und ihre Klassenkameraden ausgeschrieben war, konnten sehr inklusive Sportangebote durchgeführt werden.
 
Das Altersspektrum reichte von 7 bis 68 Jahren, daher wurden - wo nötig - Bewegungsangebote in zwei Leistungsklassen ausgeführt. Mit Helmut Gensler und Ferdinand Walter von den Rollenden Basketballern e.V. (www.rollende-basketballer.de) standen zwei sehr erfahrene Trainer zur Verfügung, welche zusätzlich von Eva-Maria Fischer und Dirk Petrautzki, ebenfalls Mitglieder der Rollenden Basketballer, unterstützt wurden.
 
Selbst langjährige Rollstuhlfahrer hatten die vorgeführten Messungen der Gewichtsverteilungen durch angepasste Rollstuhleinstellungen und deren ganz gewaltigen Auswirkungen auf das tägliche Fahren noch nicht erlebt. Die Aufgaben zum "Rollstuhlführerschein" dieser Schule standen dann auch sofort auf dem Übungsprogramm. Schnell fahren, drehen und bremsen war kein Problem. Da aber zum Überwinden von Hindernissen wie Bordsteinkanten auch das Stehen auf den beiden Hinterrädern notwendig ist wurde ein großer Teil des Vormittags auf diese Fähigkeit fokussiert.
Ob das mit einem E-Motion-Antrieb auch möglich sei wurde gefragt und direkt ausprobiert. Das Ergebnis war schnell gefunden. Balancieren ist nicht möglich, aber ein Wheelie mit 8 cm Steighöhe über 2 Meter Reichweite klappt.
 
Das Gelernte konnte umgehend im Gelände ausprobiert werden. Bei einer Straße mit einer Steigung von rund 10 % im steilsten Bereich mussten dann weitere Tricks gezeigt und angewandt werden, aber alle kamen ohne Hilfe wieder zurück zur Turnhalle. Bei den nachfolgenden Stationen "Treppe mit Helfern überwinden", "eine Treppe alleine hinunter fahren", "Rampe mit 20 % Steigung" oder "seitlich schräg auf eine Rampe bis zum Umfallen" (auf eine dicke Matte) traute sich dann doch der eine oder andere Teilnehmer nicht alles zu.
 
Danach konnten die Teilnehmer einige Grundübungen aus Kae-In-Sog-In (eine Selbstverteidigungstechnik, die speziell für Menschen mit Behinderungen entwickelt wurde) und im Blasrohrschießen ausprobieren. Anschließend ging es beim Riesenballspiel noch einmal voll zur Sache. Egal ob alt oder ganz jung, die Begeisterung war allen (durch Schweißperlen) sichtbar ins Gesicht geschrieben. Bei einer abschließenden Feedbackrunde wurde mehrfach gefragt, wann denn der nächste Trainingstag stattfindet.


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