Behindertensport Golf auf Vormarsch

Wie es so oft im nachbarschaftlichen Leben vorkommen kann: Da arbeitet man im gleichen Gebäude, geht höflich grüßend in Fluren oder in der Kantine aneinander vorbei, ohne sich wirklich zu entdecken und ins Gespräch zu kommen. „Wir wären wohl nicht auf die Idee gekommen, ausgerechnet auf den Bayerischen Golfverband zuzugehen“, bekennt in aller Offenheit Klaus-Dieter Boede, Landesgeschäftsführer des BVS Bayern. Das Image vom Golf als einer angeblich teuren, exklusiven und etwas snobistischen Sportart scheint selbst in Fachkreisen eine Korrektur nötig zu haben…

Seit Ende Juli aber kennt man sich besser, nun hat es gefunkt. Bei einem als "Gedankenaustausch" titulierten Meeting haben Spitzenvertreter beider Verbände nicht nur offiziell Kontakt aufgenommen, sondern gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Denn derBayerische Golfverband (BGV) sieht das Thema Golf für Menschen mit gesundheitlichem Handicap mit wachsender Priorität und will die Clubs dabei unterstützen, in diesem Handlungsfeld aktiver zu werden. Der Golfpark München-Aschheim führe derzeit eindrucksvoll vor, wie so etwas funktionieren kann, betonte BGV-Geschäftsführerin Heidrun Klump. Dort gebe es nicht nur eine Behindertengruppe und spezielle Trainingsprogramme für die Betroffenen, sondern auch eine spürbare Willkommens-Kultur, die auch in der Öffentlichkeit wohlwollend registriert werde. Das könne dem Golfsport insgesamt nur gut tun.
Nun sollen verstärkt "Synergieeffekte" zwischen den Verbänden ausgelotet und erarbeitet werden. Reichlich Luft nach oben sieht Klump z.B. auch in puncto Barrierefreiheit, wo erst zwei der 185 bayerischen Golfclubs entsprechend zertifiziert seien. "Inklusion", also das gemeinsame Sportreiben von Menschen mit und ohne Behinderung, ist laut Boede ein Projektthema, bei dem - sofern die Voraussetzungen stimmen - auch Zuschüsse und Fördermittel fließen könnten. Beide Seiten sind sich darüber im Klaren, dass vielerorts erst noch die entsprechenden Infrastrukturen aufgebaut und Kostenfragen geklärt werden müssen.
Als sehr hilfreich werden die Lehrgänge im Bereich Aus- und Fortbildung des BVS Bayern für die Golf-Trainer angesehen. Am Ende dieser Fortbildungsblöcke mit ca. 135 Stunden und Kosten von etwa 500 bis 800 Euro stehen spezielle Qualifikationen der Übungsleiter für das Training behinderter Menschen. Auf diesem Gebiet wollen beide Verbände eng kooperieren und maßgeschneiderte Programme bis hin zur Vergabe von Testaten entwickeln.
Gemeinsam werden nun Wege begangenBei der ersten Internationalen Bayerischen Meisterschaft für Behinderte am 23./24. August in Maria Bildhausen bietet der BGV einen Schnupperkurs an, um Menschen mit gesundheitlichen Handicaps aktiv an den Golf-Sport heranzuführen.
Ein viel versprechender Auftakt ist gelungen. Wenn sich Entscheidungsträger bzw. Vorbereiter des Golfverbandes und des BVS Bayern künftig auf den Fluren im Haus des Sports begegnen, wird es außer freundlichem Kopfnicken um Ziele, Projekte und Maßnahmen gehen.

Unabhängig von unserem Auftakt hat der BR Gerd Schönfelder beim Golfen gefilmt.
 
Gelungener Auftakt (von links): Friedrich Bräuninger (BayMeGo), Heidrun Klump (BGV-Geschäftsführerin), Karin Anthuber (BVS Bayern-Sport), Klaus-Dieter Boede (BVS Bayern-Landesgeschäftsführer), Christine Pauligk (BVS Bayern-Marketing/PR) und Patricia Heinlein (BGV-Pressesprecherin).
Golf ist Gesundheit, denn es werden Koordination, Balance und Konzentration geschult!


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