Jugend und HandicapStars: Inklusions-Talk in Aschheim

Sportveranstaltungen wollen gut vorbereitet sein – vor allem dann, wenn es sich um eine Premiere handelt. Am 10. September wird der Sportpark München-Aschheim erstmals ein Turnier (9Loch, 2erScramble) austragen, das es in dieser Form in Deutschland bislang noch nicht gegeben hat: „Inklusion Pur: Jugend meets HandicapStars“.

Sportveranstaltungen wollen gut vorbereitet sein - vor allem dann, wenn es sich um eine Premiere handelt. Am 10. September wird der Sportpark  München-Aschheim erstmals ein Turnier (9Loch, 2erScramble) austragen, das es in dieser Form in Deutschland bislang noch nicht gegeben hat: "Inklusion Pur: Jugend meets HandicapStars". Dabei kämpft  jeweils ein(e)  Spieler*in der Jugendmannschaft gemeinsam mit einem Golfer mit Behinderung im Team um den besten Score (Punktergebnis). Insgesamt werden ca. 40  Aktive, also 20 solcher Zweierteams,  ihre Schläger schwingen und - durch das Handicap-Prinzip auf Augenhöhe spielend -  an den Start gehen.
 
Zur Vorbereitung und Einstimmung auf dieses Ereignis gab es nun an Maria Himmelfahrt mit den Jugendlichen auf der Driving-Range in Aschheim einen "Inklusions-Talk", also eine Frage- und Antwortrunde zum Themenspektrum  Golfsport mit Behinderten und Inklusion. Dabei kamen drei erfahrende Praktiker zu Wort: der Conterganer Heinz Barnbeck (u.a. Sprecher der Inklusionsbeauftragten bayerischer Golfclubs), der stark sehbehinderte Alois Krabatsch  (deutscher Spitzengolfer in seiner Kategorie)plus Coach und der gehörlose Dieter Wenig, dessen Frau Bela Beckenbauer die Gebärdensprache für die  Umstehenden dolmetschte. Mit von der Partie auch Alexandar Dordevic, vom Referat "Chancengleichheit und gesellschaftliche Potentiale" des Landkreises München,  Aschheims bestens vernetzter Altbürgermeister Helmut Englmann und Jochen Honig, Hausherr und Geschäftsführer des Golfparks.
 
" Bleibt einfach  so natürlich, fröhlich  und ungezwungen wie sonst auch", gab Barnbeck (internationaler schwedischer Meister 2016) den Jugendlichen als Tipp für das Spiel mit Behinderten auf den Weg. Und Krabatsch ließ wissen, dass gerade die Blinden-Golfer es schon zu schätzen wüssten, wenn man ihnen das Sandbunker-Rechen nach einem Schlag in dieses Hindernis abnehme. Generell aber gebe es bei den Regeln und Abläufen im Golfspiel kaum Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.  " Genau  das, wo wir bei der Inklusion ja hinwollen", so Alex  Dordevic , der Experte vom Landratsamt.

Ein Highligth dieses Aschheimer Inklusions-Talks war zweifellos die unter Regie der spezialisierten Trainerin Elizabeth Höh laufende  Übungsunde auf dem Putting-Grün. Die Jugendlichen durften probieren wie es sich anfühlt, als Blinder oder Gelenk-Amputierter den Ball einzulochen. Bei diesen Übungen und Demonstrationen beindruckten gerade der 17jährige Pascal Ferreira-Schramm (frisch gebackener Deutscher Vizemeister der Golfer mit Behinderungen) und der mental gehandicapte  Paul Kögler ( Sieger bei den Special Olympics) mit ihrem Können. Sehr anregend und wertvoll auch die Diskussionen und der Gedankenaustausch mit den HandicapStars (so heißen in Aschheim die Behindertengolfer).
 
Einstimmung und Generalprobe für das Inklusionsturnier " Jugend meets HandicapStars" am Sonntag, dem 10.9. ab 10 Uhr dürfen als gelungen bewertet werden. Schon jetzt ist klar, dass beide Seiten als Gewinner vom Fairway gehen werden. Applausspender, Zuschauer und Interessenten sind willkommen.
(Bericht und Foto von Friedrich Bräuninger)


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