Der "Oscar" des Kanusports für Maxi Jäger

Junger Kanusportler aus Bad Brückenau erfährt hohe Auszeichnung durch den Bayerischen Kanu-Verband.

Bad Brückenau/München. Seit 1997 schon kürt die Bayerische Kanujugend alljährlich ihre Sportler des Jahres, seit 2010 nutzt der Bayerische Kanu-Verband (BKV) dazu die Showbühne der Reise- und Freizeitmesse f.re.e. Hier wird der "Oscar" des Kanusports an die jungen Sportler verliehen, wie BKV-Präsident Oliver Bungers betont. Der Lohn ist in diesem Fall allerdings keine Trophäe, sondern ein willkommener Einkaufsgutschein und ein Jahres-Abonnement der Verbandszeitschrift kanu-kurier.
Maxi Jäger paludert mit Paralympicssieger Wolfgang SacherAus jeder Kanusport-Disziplin durfte jetzt bei der Verleihung ein/e herausragende/er Sportler oder Sportlerin die Urkunde empfangen - aus der Hand eines prominenten Gastes. So gratulierte Wolfgang Sacher, Paralympicssieger im Radsport 2008 in Peking, dem 15-jährigen Maxi Jäger aus Bad Brückenau. Seit seinem Einstieg in den Kanu-Behindertensport paddelt er für den KSC Gemünden. Laudator und Sportler plauderten angeregt über den Sport, aber auch über ihre Handicaps und ihre Erfolge.
Erfolge hat Maxi Jäger jede Menge, auch wenn keine "großen" Titel dabei sind. Für Jugendliche mit einer Beeinträchtigung gibt es im Parakanu fast noch keine Meisterschaften, auch die Konkurrenten sind noch dünn gesät. So müssen alle gegeneinander starten, egal welches Handicap. Das kann nicht immer wirklich gerecht sein, und so sind die beiden 3. Plätze bei der 1. Süddeutschen Meisterschaft 2013 und bei der 1. Bayerischen Meisterschaft 2014 im Kanu-Behindertensport mehr oder weniger nur eine Zahl auf dem Papier. Aber sein "Sprung nach vorne" war im letzten Jahr gewaltig!
Maxis linke Körperhälfte ist nach einem vorgeburtlichen Schlaganfall spastisch gelähmt. Doch er hat nie aufgegeben, und es ist ihm mit eisernem Willen und unglaublicher Disziplin in stetem Training gelungen, seine körperlichen Funktionen immer weiter zu verbessern. Bei seiner ersten Regatta 2011 in Gemünden tat er sich noch schwer, das Paddel mit der linken Hand effektiv zu führen - seit letztem Jahr hilft ihm eine Neoprenorthese, das Paddel auch mit der gelähmten Hand richtig festzuhalten. Und so sind seine Fortschritte unübersehbar - mit gewachsenem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein im Sport und auch bezüglich seiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Ein weiterer Erfolg ist die selbstverständliche Inklusion im Verein: Beim KSC Gemünden gehört er dazu wie jeder andere auch.
Der sportliche Werdegang des Montessori-Schülers mit schulischen Topleistungen begann schon früh mit dem Skifahren. Hier fährt Maxi sogar im Paralympic Future Team mit Ambitionen auf die Paralympics 2018. In den letzten Jahren kamen Mountainbike und Golf als Ausgleichssport dazu. Parakanu wird ab 2016 paralympisch sein … Für seine Leistungen wurde der zielstrebige Sportler aktuell mit dem Motivationspreis der Deutschen Schlaganfallhilfe geehrt.
Und wenn es nach Wolfgang Sacher geht, beginnt Maxi Jäger demnächst auch mit dem Radsport. Seine Unterstützung hat der erfolgreiche Laudator jedenfalls gleich angeboten.
Text und Foto: Uschi Zimmermann


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