Rekord-Leichtathletik-EM für Scheil

Das Debüt in der deutschen Nationalmannschaft ist für Daniel Scheil vom BVS Weiden optimal verlaufen. Bei den Europameisterschaften der Leichtathleten mit Handicap im walisischen Swansea gewann der Altensteinreuther im Diskus- und Speerwurf zwei Goldmedaillen und im Kugelstoß die Bronzemedaille. Damit war er der erfolgreichste Athlet der deutschen Mannschaft.

Am ersten Tag der kontinentalen Titelkämpfe trat Scheil bei britisch-kühler Witterung im Diskuswurf an. Der Jahresbeste Europäer und Lokalmatador Kierran Tscherniawski aus Großbritannien übernahm zunächst die Führung, blieb mit 24,28 Metern aber gut drei Meter unter seinem Niveau. Aufgrund der teils langwierigen Fixierung des Wurfstuhls absolvieren alle Athleten ihre sechs Würfe unmittelbar hintereinander. Dadurch ergab sich eine Chance für Scheil, der als letzter Werfer gelistet war. Im vierten Versuch kam er mit 24,19 Metern bis auf acht Zentimeter heran, danach wurden 23,95 Meter vermessen. Nun legte Scheil alles in seinen letzten Versuch und der Diskus segelte über die 25-Meter-Linie. Sekunden später die Gewissheit: 25,30 Meter, Gold mit neuem deutschen Rekord.
 Daniel Scheil beim Kugelstoßen
Auch tags darauf im Speerwurf trug die intensive Vorbereitung mit Trainer Christian Balke Früchte. Hier wurde der 41-Jährige seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Nach 24,44 Metern im ersten Durchgang konnte sich der Weltjahresbeste in dieser Disziplin auf 25,66 Meter steigern und blieb nur knapp hinter seiner persönlichen Bestweite zurück. Es war erneut der sechste Versuch, in dem Scheil ein optimaler Wurf auf die lang ersehnte Weltrekordweite gelang. 26,75 Meter bedeuteten eine Verbesserung der alten Bestmarke um 35 Zentimeter und einen überlegenen Sieg. 
 
Nach dem Gewinn der zweiten Goldmedaille war Scheil in seiner dritten Disziplin Kugelstoßen die Aufmerksamkeit des Mannschaft und der Medien sicher. Der von vielen Beteiligten erwartete Dreifach-Triumpf war jedoch nicht zu erwarten, da das Kugelstoßen die große Stärke zweier russischer Athleten ist, die in diesem Jahr bereits die 12-Meter-Marke übertroffen haben. Scheil war als erster dran und konnte seinen eigenen Deutschen Rekord von 10,25 Metern insgesamt drei Mal verbessern. 10,26 Metern im zweiten folgten 10,35 Meter im dritten Durchgang. Der fünfte Versuch landete wohl im Bereich von 10,70 Metern, wurde jedoch von den strengen Kampfrichtern ungültig gegeben, da Scheil durch die Dynamik des Abstoßes für einen kleinen Moment den Kontakt mit dem Gesäß zur Sitzfläche verlor. Dieses "Lifting" ist seit diesem Jahr verboten und führt trotz ausgeklügelter Fixierungstechniken oftmals zu Fehlversuchen. Mit Wut im Bauch legte er im letzten Versuch noch einmal nach und steigerte sich erneut auf 10,42 Meter. In der Endabrechnung siegte Evgenii Malykh aus Russland vor seinem Teamkollegen Alexandr Khrupin mit 11,88 zu 11,15 Metern. Dahinter freute sich Scheil bei der Siegerehrung über den Gewinn der Bronzemedaille.
 
Mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille war Scheil bei seinen ersten internationalen Meisterschaften erfolgreichster Athlet der deutschen Mannschaft und trug maßgeblich dazu bei, dass diese im Medaillenspiegel hinter Russland, der Ukraine und Gastgeber Großbritannien den vierten Platz erreichte. Darüber hinaus bedeuten die Titelgewinne die Berufung in den A-Kader des Deutschen Behindertensportverbandes.


Bild und Text: Christian Balke


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