4. Platz für Christian Mathes bei der WM

Christian Mathes ist nicht nur ein Riesentalent – er ist auch ein Kämpfer! Aber seine Konkurrenz ist stärker geworden und lieferte ihm im Endlauf der Weltmeisterschaft im Parakanu (Kanurennsport für Menschen mit Behinderung) einen erbitterten Kampf. Sogar den Weltmeister des letzten Jahres, den Brasilianer Fernandes de Padua, ließ der 20-jährige Regensburger um fast 1,5 Sekunden hinter sich. Es reichte dennoch nur für den undankbaren 4. Platz. Stefan Deuschl (River Pirates Augsburg) schied im Halbfinale aus.

Christian Mathes EM 2014Mathes zeigte bei diesen Wettkämpfen erneut, wie sehr er sich von Lauf zu Lauf zu steigern vermag. Mit einer Endlaufzeit von 51.442 Sekunden im Einerkajak der Funktionsklasse A war er beachtliche 2,5 Sekunden schneller als im Vorlauf und trotz einer lästigen Bindehautentzündung noch einmal um fast eine Sekunde schneller als im Zwischenlauf, den er souverän gewonnen hatte. Das Kuriose: Die Ergebnisse im Endlauf glichen haargenau denen des 1. Vorlaufs (Mathes war in den 2. Vorlauf gelost worden): Es siegte der Ungar András Rozbora (Gold) vor dem Briten Ian Marsden (Silber) und dem Russen Igor Korobeynikov. Allerdings waren bei allen die Zeiten im Endlauf noch ein ganzes Stück schneller, so wie bei dem Regensburger (SG BeNi und Freier TuS) auch. Er hat sich schon vor einem Jahr in die alleroberste Liga eingereiht und ist mit Abstand der Jüngste in dieser Klasse. Ihm gehört die Zukunft! Mit seinem 4. Platz ist Mathes (neben dem Berliner Tom Kierey, der ebenfalls Vierter wurde) zugleich der beste deutsche Athlet bei diesen Weltmeisterschaften.
Christian Mathes äußerte sich nach seinem Rennen: "Eine Medaille ist natürlich immer besser als keine Medaille. Aber ich bin froh, dass ich an der Spitze dran bin, das ist für mich erst mal das Wichtigste, da lässt sich auch ein vierter Platz verkraften. Komisch ist nur: Im letzten Jahr haben mir schon zwei Sekunden bis nach ganz vorn gefehlt, in diesem Jahr nun wieder. Das Rennen selbst war aus meiner Sicht gut. Ich wollte Bestzeit fahren, das habe ich geschafft. Ich brauche immer den Vorlauf, um richtig in Schwung zu kommen. Beim Sieg im Semifinale war ich dann auf Kurs und hatte mein Minimalziel - das Finale - erreicht. Mein großes Ziel aber bleibt auf jeden Fall Rio 2016."
Zu wenig "Sprit" bei Stefan Deuschl
Für Stefan Deuschl von den River Pirates Augsburg (K1, Klasse TA) lief es nicht ganz nach Wunsch. Der Europameisterschafts-Neunte beendete seinen Vorlauf in 47.042 Sekunden als 5. und lag damit voll im Soll. Doch im Halbfinale passte dann nicht alles zusammen: Beide Läufe lagen nur gut drei Stunden auseinander - zu wenig Zeit, um zu regenerieren und die notwendigen Kräfte zu tanken? Der 46-jährige Bundeswehr-Veteran konnte sich zwar noch einmal an den Drittplatzierten heransaugen, aber es reichte nicht, um ihn zu überholen. Die Laufzeit von 48.850 Sekunden bedeutete den unglücklichen 4. Platz. Den Einzug ins Finale hatte er damit um den Bruchteil einer Sekunde verfehlt. Umso tragischer, dass er mit seiner Zeit aus dem Vorlauf das Halbfinale sogar locker gewonnen hätte. Der oberschenkelamputierte Stefan Deuschl ist der Funktionsklasse TA zugeteilt, bei der die Sportler Arme und Oberkörper weitgehend uneingeschränkt einsetzen können. Die Rennen in dieser Klasse sind sehr, sehr schnell, außerordentlich stark besetzt, und das Niveau stellt von Jahr zu Jahr höhere Anforderungen an die Sportler. Die Nachricht, dass gerade diese Klasse TA 2016 in Rio nicht paralympisch sein wird, wirkt sich auf die Sportler nicht sehr motivierend aus.
Text & Foto: BKV


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