Nur noch wenige Tage bis zu den Paralympics!

Die Olympischen Spiele sind vorbei, doch für die paralympischen Athleten geht es am 07. September erst los - denn dann beginnen die Paralympischen Sommerspiele!

Ab dann können wir 11 Tage lang 4.350 Spitzensportler aus 176 Ländern anfeuern und mitfiebern, wenn diese in 23 verschiedenen Sportarten um Gold kämpfen. Aus Deutschland sind 148 Athleten vertreten und aus Bayern haben sich 16 Athleten aus bayerischen Vereinen für die Teilnahme qualifiziert. Sechs weitere bayerische Athleten treten für nicht-bayerische Vereine an. Die Sportler werden durch ein Team von 94 Trainern, Ärzten und Betreuern begleitet und unterstützt.

Die ersten Paralympischen Spiele fanden 1948 statt und hießen damals noch Sportspiele für Rollstuhlfahrer. Seit 1960 werden sie regelmäßig ausgetragen und seit 1992 sind die Paralympischen Spiele organisatorisch mit den Olympischen Sommerspielen verbunden und finden drei Wochen später am gleichen Ort statt. Seit Sotschi 2014 erhalten die deutschen Medaillengewinner der Paralympics die gleichen Erfolgsprämien wie die Olympioniken. Die immer enger werdende Verknüpfung mit den Olympischen Spielen spiegelt die steigende Anerkennung und Gleichstellung der paralympischen Athleten wieder.
 
Sebastian Magenheim (27) war schon 2012 in London beim Rollstuhlbasketball dabei.
"Das war das Highlight meiner sportlichen Karriere […]. Wie die Leute in der Halle standen und unsere Sportart gefeiert haben, das werde ich nicht vergessen."
(Magenheim, Rollstuhlbasketball)


Die Paralympischen Spiele finden dieses Jahr zum ersten Mal in Südamerika statt; in Rio de Janeiro. Das bedeutet sowohl für die Athleten, als auch für die begeisterten Zuschauer eine Anreise von ca. 12 Stunden bis nach Brasilien. Doch die lange Reise lohnt sich, denn an vier Wettkampfstätten wird viel geboten.
 
So sind mit Triathlon und Kanu auch zwei neue Disziplinen dabei, in denen jedoch dieses Jahr noch keine bayerischen Athleten antreten. Alle Sportarten entsprechen größtenteils den olympischen Disziplinen oder wurden, wie z.B. Rollstuhlfechten, Rollstuhlbasketball oder Sitzvolleyball, adaptiert. Goalball hingegen ist eine rein paralympische Disziplin, in der Athleten mit einer Sehbehinderung versuchen einen 1.250 g schweren Klingenball in das gegnerische Tor zu werfen.
 
Qualifiziert haben sich mit den Sitzvolleyballern, dem Goalball-Team sowie den Rollstuhl-Basketballern und -Basketballerinnen auch vier Mannschaftssportarten für Rio. Im Rollstuhlbasketball sind gleich drei bayerische Sportler vertreten. Darunter Johanna Welin (32, RBB München), die schon bei den paralympischen Spielen 2012 in London mit dem deutschen Team Gold holen konnte, und Laura Fürst (RBB München), die mit 25 Jahren als jüngste bayerische Athletin dabei sein darf. Auch die männlichen Rollstuhlbasketballer haben, mit Sebastian Magenheim (27, USC München), gute Chancen eine Medaille zu holen.
 
Auch im Radsport ist Bayern mit vier Athleten sehr gut vertreten. Neben den drei Herren Erich Winkler (48, TV Geisenhausen, RC Vilsbiburg), Max Weber (51, TSV Obergünzberg) und dem neunmaligen Weltmeister Michael Teuber (48, BSV München), die schon eine langjährige Radsportkarriere vorweisen können, ist Denise Schindler (30, BSV München) für die Frauen am Start.
 
Denise Schindler (30) konnte schon bei den Paralympics in London Silber einfahren.
Sie verlor mit zwei Jahren bei einem Unfall ihr rechtes Bein
"Jedes Mal, wenn ich mich aufs Rad schwinge, fahre ich in Gedanken schon über die Ziellinie in Rio de Janeiro […]!"
(Denise Schindler, Radsport)


In der Leichtathletik darf Daniel Scheil (43, BVS Weiden) antreten. Da  seine stärksten Disziplinen Diskus- und Speerwurf aus dem Rollstuhl bei den Paralympics nicht auf dem Wettkampfplan stehen, muss eben eine Medaille im Kugelstoßen gewonnen werden.

Dass sie schon viele Jahre dabei sind kommt den drei bayerischen Herren Josef Neumaier (58, SV Wacker Burghausen), Norbert Gau (54, Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft "Der  Bund" München) und Bernhard Fendt (46, DRW Ursberg) im Sportschießen zu Gute, wenn Sie beim Zielen eine ruhige Hand unter Beweis stellen müssen.

Im Bogenschießen kann Maik Szarszewski (44, SC Vöhringen) sich über den vierten Startplatz freuen, den er selbst im letzten Moment beim Weltcup in Tschechien für die deutsche Mannschaft sichern konnte. Anke Molkenthin (54, Schleißheimer Paddelclub e.V.) zeigt sich vielseitig talentiert; sie startet nach einer verpassten Qualifikation beim Kanu nun wie schon 2012 im Rudern neben Susanne Lackner (37, Ruderclub Vilshofen 1913 e.V.). Die wohl meiste Paralympicserfahrung dürfte die mit einer Cerebral-Parese geborene Annke Conradi (50, SC Regensburg) mitbringen, die im Schwimmen schon zehn paralympische Medaillen gewonnen hat. Darunter zweimal Gold. Im Reiten startet Elke Philipp (52, RuFV Chiemgau) auf dem neunjährigen Hannoveraner Regaliz.
 
Josef Neumaier (58) ist schon ein alter Hase. Er hat bereits fünfmal an den Paralympics teilgenommen und dabei vier Medaillen gewonnen. Wegen seiner Glasknochenkrankheit sitzt er im Rollstuhl.
"Das Glück spielt bei solchen Erfolgen schon eine Rolle. Aber Glück kann man erzwingen. Wenn man dranbleibt und niemals verzweifelt."
(Neumaier, Sportschießen)


Da Athleten mit ganz unterschiedlichen Handicaps bei den Paralympischen Spielen gegeneinander antreten bedarf es eines guten Klassifizierungssystems, um Chancengleichheit in den Wettkämpfen zu ermöglichen. Dazu werden die Athleten je nach Art der Behinderung in Kategorien eingeteilt, u.a. Sportler mit visueller, intellektueller, koordinativer oder sonstiger körperlicher Beeinträchtigung. Innerhalb ihrer Kategorie werden sie dann nochmals entsprechend der Stärke ihrer Einschränkung in unterschiedliche Startklassen eingeordnet. Die Klassifizierung ermöglicht es, dass Athleten mit einer stärkeren Beeinträchtigung gegen Athleten mit einer geringeren Beeinträchtigung antreten können. Mithilfe des Klassifizierungssystems wird versucht ihre Leistung so zu bewerten, dass ein direkter Vergleich möglich wird.

Die Eröffnungsfeier am 07.September führt uns ins Estádio do Maracanã, wo auch das Finalspiel der Fußballweltmeisterschaft 2014 ausgetragen wurde.  Dass dieses Stadion schon der deutschen Fußballnationalmannschaft auf ihrem Weg zur Weltmeisterschaft Glück gebracht hat, sehen wir als  gutes Omen für die deutschen paralympischen Athleten.



Den Wettkampfkalender finden Sie hier:
https://www.rio2016.com/en/paralympics/schedule-and-results

TV-Sendezeiten:
http://www.dbs-npc.de/tv-sendezeiten.html




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