Schiess-WM in Suhl erfolgreich beendet

Die Deutschen Sport-Schützen sind mit dem Ergebnis der Weltmeisterschaft im thüringischen Suhl zufrieden: Im Medaillenspiegel erkämpften sie den 12. von 53 Plätzen. Für die Bayern gab es insgesamt dreimal Edelmetall im Team. Herzlichen Glückwunsch!

Josef Neumaier"Die Wettkampfbedingungen waren sehr gut und ein gemeinsames Athletenhotel hat den Charme eines paralympischen Dorfes, das macht den besonderen Reiz dieser WM aus", sagt der erfahrenste deutsche Athlet Josef Neumaier, der bei diesen Weltmeisterschaften drei Teammedaillen gewann und dennoch gern eine Einzelmedaille mit nach Hause genommen hätte. Überhaupt ist der seit 1993 international aktive Neumaier ein wenig besorgt, dass in den paralympischen Disziplinen nicht ein deutscher Athlet eine Einzelmedaille erkämpfen konnte und auch nur ein Quoten-Startplatz für Rio de Janeiro 2016 statt der erhofften drei auf der Habenseite seines Teams stehen. "Hier müssen wir uns im kommenden Jahr weiterentwickeln und in den Weltcups steigern, das Leistungsniveau entwickelt sich rasant, wie man an zahlreichen Weltrekorden hier in Suhl sehen konnte",  so der 56-Jährige. Er und Norbert Gau geben beim BR einen persönlichen Einblick.
Bayerische Erfolge: Fünf Schützen am Start, drei Medaillen um den HalsDas Deutsche WM-Team
  • Silber
    R6 50m Air Rifle Prone Mixed SH1 Woman: Natascha Hiltrop/Bernhard Fendt/Josef Neumaier (Bericht)
  • Bronze
    R1 10m Air Riflke Standing Men SH1 Team: Josef Neumaier/Norbert Gau/Kevin Zimmermann (Bericht)
    R3 10m Air Rifle Prone Mixed SH1 Woman: Natascha Hiltrop/Bernhard Fendt/Josef Neumaier (Bericht)
  • gute Platzierungen
    8. Platz für Beutel (Bericht)
    10m Falling Target FTR1 SH1: Jürgen Weiß
Keine Finalteilnahme in der Disziplin Männer 50m Dreistellungskampf mit dem Sportgewehr
Die deutschen Herren konnten sich leider in der Qualifikation nicht unter den besten 8 platzieren, belegten aber in der Mannschaftswertung einen guten 4. Rang. Josef Neumaier aus Altötting wurde mit 1141 Ringen 12., der 51-jährige Norbert Gau aus Erdweg/Guggenberg belegte am Ende Rang 28.
Bundestrainer zieht positives Fazit und setzt neue Ziele
DBS-Cheftrainer Rudi Krenn zog ein positives Mannschaftsfazit seiner Schützen. "7 Medaillen, 5 Finalteilnahmen, 1 Quotenplatz für die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro sind eine erfreuliche Bilanz. Das Niveau dieser Weltmeisterschaften ist sehr hoch, es gab bereits mehrere Weltrekorde. Die professionelle Vorbereitung unserer Athleten ist der einzig gangbare Weg nach Rio de Janeiro. Nur wer dazu bereit ist, wird es dort in den Medaillenbereich schaffen", so der Cheftrainer.
Inklusionspotential für Weiterentwicklung nutzen
Olaf Lenker und seine Mitstreiter im DBS haben in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schützenbund e.V. und dessen Referent Behindertensport Dieter Ohmayer, schon lange inklusive Wege eingeschlagen und kooperieren seit Jahren miteinander. So finden zum Beispiel die Deutschen Meisterschaften der Schützen mit und ohne Behinderung zeitgleich Ende August 2014 in Garching-Hochbrück/München statt. Durch die Bemühungen der Abteilung Sportschießen konnte der Deutsche Schützenbund auch mit sportwissenschaftlicher Hilfe überzeugt werden, dass Athleten der Startklasse SH1 keine Vorteile gegenüber nichtbehinderten Athleten haben und  in der Bundesliga gegeneinander antreten können. In diesem Jahr wurde das Regelwerk des DBS in die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes aufgenommen und somit ab 2015 der Weg bereitet, um Schützen mit Behinderung komplett in das Meisterschaftssystem des Deutschen Schützenbundes aufzunehmen.
Wie wichtig das hohe Niveau der Bundesliga im Schießsport ist, weiß Josef Neumaier aus eigener Erfahrung. "Ich habe 2 Jahre mit dem Team aus Waldkraiburg in der 2. Bundesliga geschossen, das waren unersetzliche Erfahrungen, bei denen ich den Umgang mit dem Wettkampfdruck gelernt habe. Es hat mich sehr weit gebracht, gemeinsam mit Schützen ohne Behinderung zu trainieren und im Wettkampf zu stehen", sagt der Paralympics-Sieger im Dreistellungskampf Kleinkaliber. Er selbst kam bereits als 12-jähriger mit seinen Altersgenossen zum Schützenverein, der Geselligkeit wegen und genau diesen Fakt hebt er noch heute als wichtig heraus. "Hier ist mein Freundeskreis, ich fühle mich wohl und mache was mir Spaß macht, eine bessere Motivation gibt es nicht", sagt der Globetrotter in Sachen Schießsport, dem noch genau 2 Kontinente seiner Reiseerfahrungen fehlen: Afrika und Südamerika, weshalb er vielleicht doch noch 2 Jahre Leistungssport an seine ohnehin schon brillante Karriere hängt, um diese in Brasilien zu krönen.
Fotos: Ralf Kuckuck/DBS-Akademie
Presseberichte von Pressebüro IPC-WM Sportschießen


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