EISs-Siegel für den ATV 1873 Frankonia e.V.
Auszeichnung für gelebte Inklusion im Judosport
Am 27. Juni 2025 wurde dem ATV 1873 Frankonia im Rahmen der Abteilungssitzung der Katarashi Judoabteilung in Nürnberg das EISs-Siegel verliehen. Dieser Rahmen wurde für die Übergabe bewusst gewählt, um den Mitgliedern der Abteilung einen kurzen Einblick in das EISs-Projekt zu geben. Stellvertretend für die Landesgeschäftsstelle des BVS Bayern überreichte Rebekka Klobe gemeinsam mit Dietmar Kleinert, Vorstand des BVS Bezirks Mittelfranken, die Auszeichnung offiziell an Joachim Kröppel, den Leiter der Judoabteilung und der EISs-Gruppe.
Die Katarashi Judoabteilung des ATV 1873 Frankonia e.V. ist die zweitälteste Judoabteilung in Nürnberg und blickt auf fast sechzig Jahre erfolgreiche Vereinsarbeit zurück. Seit jeher steht sie für Innovation und Offenheit – sei es durch Angebote wie Eltern-Kind-Judo, Mini-Judo für Kleinkinder oder durch das konsequente Engagement für Inklusion seit Bestehen der Abteilung. Judo wird hier nicht nur als Kampfsport verstanden, sondern auch als erziehungs- und therapieorientierter Weg mit festen Prinzipien und einer starken Wertevermittlung. Das vielfältige Trainingsangebot richtet sich an alle Altersgruppen – auch Menschen mit ALS oder Schwerbehinderung in unterschiedlich starker Ausprägung sind fester Bestandteil der Judogemeinschaft. Besonders im Jugendbereich setzt die Abteilung gezielt auf Förderung, um hier einen nachhaltigen Beitrag zu leisten.
Bereits im vergangenen Jahr hat der ATV 1873 Frankonia e.V. für seine inklusive Judogruppe das EISs-Siegel beantragt. Die Abteilung erfüllt alle notwendigen Kriterien und wurde daraufhin in das Förderprogramm aufgenommen.
Hier steht nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund, sondern die Freude an der Bewegung, gegenseitiger Respekt und ein gleichberechtigtes Miteinander. Dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam die Sportart Judo kennenlernen und ausüben, voneinander lernen und Barrieren abgebaut werden - das geschieht nicht von selbst. Es braucht engagierte Menschen, die sich dafür einsetzen und den Zugang zum Sport für alle ermöglichen.
Joachim Kröppel sorgt mit großem Engagement und Offenheit dafür, dass der Judosport für alle zugänglich ist. Offen, wertschätzend und mit einem Blick für individuelle Bedürfnisse schafft er einen Raum, in dem jede*r willkommen ist – unabhängig von körperlichen, geistigen oder sozialen Voraussetzungen. Sein ehrenamtlicher Einsatz geht weit über die Vereinsgrenzen hinaus um Menschen mit Beeinträchtigung den Zugang zum Sport zu ermöglichen.
Kleinert betonte wie wichtig es ist, Inklusion bereits im Kindesalter zu fördern. „Wenn Kinder von Anfang an erleben, dass Vielfalt normal ist und niemand ausgeschlossen wird, dann legen wir den Grundstein für eine offene, solidarische Gesellschaft.“
Gerade im Sport lässt sich Inklusion besonders gut leben und die positiven Erfahrungen wirken oft weit über den Sport hinaus.
Die Verleihung des EISs-Siegels an den ATV 1873 Frankonia ist ein starkes Zeichen für gelungene Inklusionsarbeit im Judosport– und ein Vorbild für andere Vereine in Bayern.
Weitere Informationen zur Katarashi Judoabteilung und den Trainingszeiten gibt es hier.