Darmstadt – Vom 31. Mai bis zum 3. Juni 2026 war die Stadt Darmstadt der Nabel des deutschen Fußballs ID. Von der herzlichen Eröffnungsfeier im Beachclub am Merck-Stadion bis zur finalen Siegerehrung bot das Turnier alles, was das Fußballherz begehrt: packende Spiele, emotionale Momente und eine hervorragende Gastfreundschaft. Mittendrin steckte die bayerische Landesauswahl unter der Regie des neuen Landestrainers Marc Stiegler. Nach dem vielversprechenden Auftakt und dem ersten Erfolg beim Arge Alp Cup im Tessin wollte das Team auch bei der Deutschen Meisterschaft mit einer positiven Leistung überzeugen und das gemeinsame Findungsjahr mit einem guten Gefühl abschließen.
Sportlich ist das absolute Maß der Dinge im Fußball ID weiterhin die Auswahl aus Hessen. Der Dauermeister machte in diesem Jahr vor heimischer Kulisse bereits den sechsten Titel in Folge perfekt. Dahinter folgten die starken Teams aus Sachsen-Anhalt auf dem Silber- und Brandenburg auf dem Bronzerang. Für die bayerische Auswahl endete das viertägige Turnier auf dem fünften Tabellenplatz. Ein Ergebnis, das unter den gegebenen Umständen absolut in Ordnung geht, auch wenn sich die Rahmenbedingungen im Vorfeld etwas anders dargestellt hatten. Ursprünglich war Neulingscoach Stiegler von einem Zehnerfeld ausgegangen, in dem man Platz vier oder fünf anvisierte. Dass das Teilnehmerfeld am Ende auf sechs Mannschaften zusammenschrumpfte, schmälert den Kampfgeist der Bayern jedoch keineswegs.
Bereits die Anreise spiegelte den großartigen Zusammenhalt rund um das Team wider. Logistisch perfekt organisiert, rollte die Auswahl mit zwei Kleinbussen und einem PKW aus ganz Bayern an. Ein besonderer Dank galt hierbei der Firma Geldhauser aus Hofolding, die die Mannschaft mit einem Kleinbus erheblich unterstützte. Nach dem Check-in im IntercityHotel Darmstadt wartete ein echtes Highlight auf die Spieler: Die Ausgabe der neuen Adidas-Teambekleidung. Dank der großzügigen Unterstützung durch den Bayerischen Fußball-Verband (BFV), der die Einkleidung in einem riesigen Umfang ermöglichte, fühlten sich die Jungs wie echte Profis – und lieferten auch optisch einen bleibenden Eindruck ab.
Auf dem grünen Rasen wartete am ersten Spieltag direkt eine Herkulesaufgabe. Bei sommerlichen Temperaturen und einer Spielzeit von zweimal 25 Minuten ging es an die absolute Belastungsgrenze. Im ersten Spiel gegen Sachsen-Anhalt agierten die Bayern als klarer Underdog, gingen aber dank eines geschickten Matchplans glücklich mit 1:0 in Führung. In der zweiten Halbzeit forderte der enorme Kraftaufwand jedoch seinen Tribut, und die Führung ging verloren. Ein ähnliches Bild zeigte sich am Nachmittag gegen den späteren Meister Hessen. Trotz einer hochmotivierten Leistung in der ersten Halbzeit mussten beide Spiele letztlich deutlich abgegeben werden. Dennoch diente diese harte Basis als wertvolle Orientierung für den zweiten Turniertag, an dem der Kader bereits deutlich besser eingearbeitet wirkte.
Der nächste Vormittag brachte das Duell mit Mecklenburg-Vorpommern, das durch die Mannschaft von Hansa Rostock vertreten wurde. Die bayerische Auswahl fand enttäuschend in die Partie und lag folgerichtig mit 0:2 hinten. In einer intensiven Halbzeitpause fand Coach Stiegler deutliche Worte und machte klar, dass man sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen könne. Die Ansprache fruchtete: In der zweiten Hälfte zeigte sich das Team höchst engagiert und kämpfte bis zum Umfallen für die Wiedergutmachung. Mehr als der 1:2-Anschlusstreffer sprang am Ende zwar nicht heraus, doch der Knoten war geplatzt. Das zeigte sich am Nachmittag gegen das Saarland. Trotz eines frühen 0:1-Rückstands und eines gegnerischen Lattentreffers, der als enormer Wachrüttler fungierte, behielten die Bayern die Nerven und drehten das Spiel furios zu einem deutlichen 5:1-Erfolg.
Am letzten Turniertag wartete mit Brandenburg noch einmal ein spielstarker Gegner. Da die Platzierungen vorab so gut wie feststanden, ging es primär darum, das Turnier mit einem positiven Gefühl ausklingen zu lassen. Dies gelang trotz einer 2:0-Niederlage. Die Mannschaft zeigte gute fußballerische Ansätze, verkaufte sich gegen einen stärkeren Kontrahenten teuer und verabschiedete sich erhobenen Hauptes vom Turnier.
In der Endabrechnung steht somit Platz fünf. Coach Marc Stiegler zog ein realistisches und zugleich optimistisches Fazit. Der Kader musste kurzfristig viele verletzungsbedingte Nachbesetzungen verkraften und den Ausfall wichtiger Leistungsträger kompensieren. Unter diesen Voraussetzungen war das Team nicht vollumfänglich für die Top 3 wettbewerbsfähig, weshalb man mit der gezeigten Leistung absolut leben kann.
Für das neue Trainerteam war das erste Jahr extrem lehrreich. Man hat alle Spieler intensiv kennengelernt und wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Dringender Optimierungsbedarf besteht vor allem im taktischen Ablauf des Großfelds (11 gegen 11), da die Deutsche Meisterschaft im klassischen Modus mit Abseits gespielt wird, während die meisten Turniere auf Werkstättenebene im 7 gegen 7 ohne Abseits stattfinden. Zudem gilt es, das Fitnesslevel anzuheben und mehr personelle Konstanz in den Kader zu bringen.
Die Schlagzahl für die neue Saison wird daher mindestens verdoppelt. Nach einer wohlverdienten Sommerpause bis Ende August startet bereits im Oktober der erste Vorbereitungslehrgang in Thüringen mit Blick auf die DM 2027. Im November schlägt das Team in der Sportschule Oberhaching auf, wo man auch auf einen sportlichen Besuch aus dem Saarland hofft. Weitere Lehrgänge, Testspiele und Sichtungen sind fest eingeplant. In diesem Zuge ist auch eine offene Sichtung angedacht. Interessierte Fußballer mit einer Klassifizierung mit GB (für Menschen mit geistiger Behinderung, Details beim DBS) sind herzlich eingeladen, sich zu zeigen und auszuprobieren.
Ein herzliches Dankeschön gilt abschließend den Spielern, die die bayerischen Farben stolz repräsentiert haben, dem Betreuerstab vor Ort sowie den Gastgebern aus Hessen und Darmstadt für die großartige Organisation. Die Vorfreude auf die neue Saison und das Wiedersehen mit den anderen Landesverbänden ist bereits jetzt riesengroß.
Autor: Marc Stiegler
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