Selbsthilfegruppe „Kind mit Schlaganfall" erlebt unvergesslichen Inklusionssport-Tag
Ein Tag voller Bewegung, Freude und Gemeinschaft
Rein ins Spiel – Inklusion auf dem Fussballplatz
Den Auftakt des Tages machte der TV Oy in der Turnhalle im Allgäuhaus Wertach, der zwei Stunden lang ein inklusives Fussballprogramm auf die Beine stellte, das seinesgleichen sucht. Die Trainer Andreas und Fabien verstanden es meisterhaft, das Spiel so anzupassen, dass jedes Kind – unabhängig von seinen körperlichen Voraussetzungen – mittendrin statt nur dabei war. Dabei wurde erst Technik trainiert und dann gegeneinander gespielt. Pässe, Tore, Jubel: Der Platz gehörte an diesem Morgen den Kindern.
Was Inklusion im Sport bedeutet, wurde hautnah erlebbar. Kein Kind blieb am Rand stehen. Die Regeln wurden gemeinsam angepasst, die Teams bunt gemischt – und plötzlich war es ganz egal, wer mit welchen Einschränkungen auf das Spielfeld kam. Was zählte, war der Ball, die Mannschaft und das gemeinsame Ziel. Die Trainer des TV Oy begleiteten die Kinder dabei mit Geduld, Herzblut und jeder Menge Begeisterung.
Konzentration, Reflexe und ein großes Lächeln – Tischtennis mit Trifon Lengerov
Nach einer kurzen Verschnaufpause übernahm Trifon Lengerov das Zepter – und mit ihm begann ein 2,5-stündiges Tischtennis-Erlebnis, das die Kinder in seinen Bann zog. Trifon Lengerov ist nicht nur ein erfahrener Trainer und Ex-Profi sondern ein echter Erfinder: Er entwickelte den Lenkball-Schläger. Am Samstag zeigte er durch einfache Spiele wie Sport und Inklusion Hand in Hand gehen können. Die Geschwisterkinder waren genauso gefordert wie die Kinder mit Handicap.
Tischtennis bei neurologischen Beeinträchtigungen eine besonders wertvolle Sportart: Die kurzen, präzisen Bewegungen fördern Koordination, Reaktionsvermögen und Konzentration. Trifon Lengerov nutzte diese Stärken des Sports gezielt, passte Übungen individuell an und schaffte eine Atmosphäre, in der Fehler einfach zum Lernen dazugehören. Am Ende des Nachmittags hatten viele Kinder Schläge gemeistert, von denen sie morgens noch nicht geträumt hätten.
Warum Inklusionssport so wichtig ist
Inklusionssport ist weit mehr als ein sportliches Angebot – er ist ein kraftvolles Signal der Zugehörigkeit. Für Kinder, die nach einem Schlaganfall oft mit körperlichen und kognitiven Herausforderungen umgehen müssen, bedeutet gemeinsamer Sport:
- Stärkung des Selbstvertrauens – Erfolge im Sport übertragen sich auf andere Lebensbereiche
- Soziale Integration – Freundschaften entstehen, Barrieren verschwinden
- Neurologische Förderung – Bewegung unterstützt die Plastizität des Gehirns und die Rehabilitation
- Körperliche Stärkung – Motorik, Koordination und Ausdauer werden spielerisch verbessert
- Lebensfreude – Sport macht Spass und bricht den manchmal schweren Alltag auf
Wenn Kinder mit und ohne Einschränkungen gemeinsam spielen, lernen sie das Wichtigste: Dass Verschiedenheit bereichert – und dass jeder seinen Platz im Team verdient.
Eltern außer sich vor Freude
Und die Eltern? Die standen am Spielfeldrand und an den Tischtennistischen – und konnten die Freude kaum fassen. Strahlende Gesichter und spontaner Applaus. Wer sein Kind nach einem Schlaganfall täglich begleitet und weiß, welche Kraft und Überwindung hinter jedem Schritt stecken, der versteht, warum solche Momente unbezahlbar sind. Dieser Samstag hat vielen Familien gezeigt: Mein Kind kann. Mein Kind darf. Mein Kind gehört dazu.
Ein herzliches Dankeschön
Die Selbsthilfegruppe „Kind mit Schlaganfall" bedankt sich beim BVS Bayern für die Koordination der Trainer und von ganzem Herzen beim TV Oy für das engagierte Fussballprogramm und bei Trifon Lengerov für seinen Einsatz an der Tischtennisplatte. Ihr habt diesem Tag seine Seele gegeben.