Triumph im Tessin: Bayern 1 stürmt zum Arge Alp Champion 2026!
Mit einem neuen Cheftrainer an der Seitenlinie, doppelter Mannschaftsstärke und einer herausragenden Teamleistung startete die bayerische Landesauswahl für Fußball ID (Intellektuelle Defizite) perfekt in das offizielle Turnierjahr 2026. Beim prestigeträchtigen Arge Alp Cup in der Schweiz sicherte sich das Team „Bayern 1“ in einem dominanten Finale den Titel. Doch auch das zweite gemeldete Team, „Bayern 2“, glänzte durch Kampfgeist, wertvolle Spielpraxis und gelebte Kameradschaft.
Ein starkes Konzept zur optimalen DM-Vorbereitung
Der Arge Alp Cup ist seit jeher ein ganz besonderes Turnierformat. Er bringt Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Beeinträchtigung aus den verschiedenen Alpenregionen (darunter Bundesländer aus Deutschland und Österreich sowie Schweizer Kantone) zusammen. Vom 14. bis 17. Mai 2026 pilgerten rund 450 Athletinnen und Athleten in den Schweizer Kanton Tessin. Neben dem sportlichen Wettkampf auf höchstem Niveau stehen hier vor allem die Begegnung, das Fairplay und die gelebte Inklusion im Vordergrund.
Da die Deutsche Meisterschaft im Fußball ID in diesem Kalenderjahr terminlich etwas später liegt als in den vergangenen Jahren, bot das Turnier eine perfekte und gezielte Bühne zur Vorbereitung. Nach drei intensiven Vorbereitungslehrgängen in Sand am Main, München und an der Sportschule Oberhaching war die Reise ins Tessin bereits die vierte große Maßnahme für den Bayern-Kader in diesem Jahr.
Das Trainer-Duo und die Mission „Maximale Spielzeit“
Um allen Nominierten die maximale Spielzeit auf dem Platz zu ermöglichen, fragte das bayerische Organisationsteam im Vorfeld beim Veranstalter an, ob zwei Teams gemeldet werden könnten. Nach der offiziellen Bestätigung gingen „Bayern 1“ und „Bayern 2“ an den Start. Angeführt wurde die Delegation von einem erstklassigen Trainer-Duo: Marc Stiegler, unser neuer BVS-Landestrainer für Fußball ID, feierte sein offizielles Debüt. Unterstützt wurde er von seinem Vorgänger Gert Koch. Während Marc Stiegler das Team Bayern 1 coachte, übernahm Gert Koch die Betreuung von Bayern 2.
Teambuilding am Lago Maggiore
Nach dem großartigen Turnier im Vorjahr in Chur fand der Cup bereits zum zweiten Mal in Folge in der Schweiz statt. Nach der feierlichen Eröffnungsfeier in Bellinzona ging es für die Teams ans Eingemachte. Aus Kostengründen bezog die bayerische Delegation Quartier auf einem Campingplatz am malerischen Lago Maggiore – eine Entscheidung, die sich sportlich wie menschlich als absoluter Glücksgriff heraustellen sollte. In gemeinsamen kleinen Bungalows versorgten sich die Spieler selbst, es wurde gemeinsam gefrühstückt, gekocht und gegrillt. Dieses enge Beisammensein schweißte die Truppe extrem zusammen – ein unschätzbarer Pluspunkt mit Blick auf die anstehende Deutsche Meisterschaft.
Der Weg von Bayern 1: Vom Vorrundenschreck zum verdienten Champion
Sportlich bildeten sich im Turnierverlauf schnell drei Leistungsniveaus ab: Vier Teams kämpften an der Spitze, vier im Mittelfeld und zwei Mannschaften zeigten, dass sie noch etwas Entwicklungsarbeit vor sich haben.
Die Vorrunde: Für Bayern 1 begann das Turnier furios mit zwei souveränen Siegen aus den ersten beiden Spielen. Im dritten Match wartete mit Vorarlberg jedoch ein echter „heißer Tanz“. Nach einem frühen Rückstand bewies das Team Moral, drehte das Spiel und ging mit 2:1 in Führung. Doch kurz vor Schluss flatterten die Nerven, der spielerische Fokus ging verloren und Vorarlberg bestrafte dies eiskalt – erst mit dem Ausgleich und kurz vor dem Abpfiff mit dem 2:3-Endstand. Im letzten Vorrundenspiel gegen die sehr faire und sympathische Auswahl aus Südtirol (die viel Entwicklungspotenzial zeigte) musste ein Sieg her, um das Halbfinale der Top 4 abzusichern. Die Pflichtaufgabe wurde konzentriert gelöst.
Das Halbfinale: In der K.-o.-Runde war der Fokus komplett zurück. Die Tagesplanung war voll und ganz auf das Halbfinale gegen die alten Bekannten aus Tirol (Innsbruck) ausgerichtet. Die Bayern zeigten sich nervenstark: Mit dem nötigen Quäntchen Glück zu Beginn – als ein eigentlich geklärter Ball zur 1:0-Führung im Tor landete – spielte das Team befreit und selbstbewusst auf. Am Ende stand ein souveräner 3:0-Erfolg und das Ticket für das große Finale gelöst.
Das Finale: Im Endspiel im Nationalen Sportzentrum Tenero kam es zum großen Wiedersehen mit dem Vorrundenschreck aus Vorarlberg. Wer ein enges Match erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Das Team Bayern 1 hatte die Lehren aus der Vorrunde perfekt verinnerlicht, agierte von der ersten Sekunde an absolut dominant und ließ Vorarlberg nicht den Hauch einer Chance. Unter dem Jubel der mitgereisten Fans krönte sich Bayern 1 zum verdienten Arge Alp Champion 2026!
Bayern 2: Kampfgeist und überragende Kameradschaft
Das Team Bayern 2 hatte in der Vorrunde leider das nötige Spielglück nicht auf seiner Seite. Als Gruppendritter verpasste man die Top-4-Finalrunde nur knapp und landete im Platzierungsmodus um die Ränge 5 bis 8. Im „kleinen Halbfinale“ fehlte am Ende eines langen Turniers etwas die Energie und die Überzeugung, um sich weiter vorne zu platzieren. So stand am Ende der 8. Platz zu Buche. Dennoch zieht das Trainerteam ein rundum positives Fazit: Jeder einzelne Spieler kam auf wertvolle Einsatzminuten, sammelte wichtige internationale Erfahrung und der Teamgeist innerhalb der Truppe war schlicht überragend.
Gänsehautmomente und eine eiskalte Wetteinlösung zum Abschluss
Ein besonderes Highlight abseits des eigenen Erfolgs war die Atmosphäre beim Finaltag in Tenero. Sämtliche Mädchen- und Jungenmannschaften des regulären Fußball-Wettbewerbs feuerten die Athletinnen und Athleten mit Behinderung lautstark und enthusiastisch an. Ein wunderbares Beispiel für gelebte Inklusion auf Augenhöhe und den verbindenden Charakter des Sports!
Dass der Teamgeist und die Stimmung absolut stimmten, zeigte sich auch in einer wunderbaren Anekdote am Rande: Landestrainer Marc Stiegler hatte seiner Mannschaft am Vorabend des Finales versprochen, im Falle des Turniersieges in voller Montur – also mit Trikot und kompletter Fußballkleidung – in den Lago Maggiore zu springen. Und dieses Versprechen wurde nach dem Triumph eiskalt eingelöst! „Eiskalt“ traf es in diesem Fall leider wörtlich: Während die Region sonst für milde Temperaturen bekannt ist, war es dieses Mal sehr kühl – und das Wasser entsprechend erfrischend. Bleibt zu hoffen, dass alle den Sprung unbeschadet überstanden haben und niemand krank darniederliegt!
Im kommenden Jahr schlägt der Arge Alp Cup seine Zelte zum dritten Mal in Folge in der Schweiz auf – dann geht es nach St. Gallen. Wo genau, steht noch nicht fest, aber eines ist klar: Der BVS Bayern reist mit stolzer Brust an und will den Titel im nächsten Jahr verteidigen!
Wir sind unglaublich stolz auf unser gesamtes bayerisches Team, die Spieler, das Trainer- und Betreuerteam und gehen nun mit einer riesigen Portion Selbstvertrauen und Vorfreude in die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft!